Kind schwimmt konzentriert im BeckenKI-Bild

Brustschwimmen lernen: diese fünf Fehler bremsen Kinder aus

Kopf zu hoch, Beine falsch, keine Gleitphase: Woran es beim Brustschwimmen meist hakt und wie ihr gegensteuert.

Brustschwimmen ist in Deutschland die erste Schwimmart, die Kinder lernen – und gleichzeitig die koordinativ anspruchsvollste. Arme und Beine arbeiten im Wechsel, dazu kommt die Atmung. Kein Wunder, dass sich Fehler einschleichen. Diese fünf sehen wir am häufigsten.

Diese fünf Fehler bremsen Kinder am häufigsten aus – die gute Nachricht: Alle lassen sich mit einfachen Übungen korrigieren.

Fehler 1: Der Kopf bleibt permanent oben

Aus Angst, Wasser ins Gesicht zu bekommen, strecken viele Kinder den Kopf dauerhaft nach oben. Die Folge: Das Becken sinkt ab, der Körper steht schräg im Wasser, und jeder Zug muss gegen den eigenen Widerstand arbeiten. Nach wenigen Metern ist die Kraft weg.

Korrektur: Gleitübungen mit dem Gesicht im Wasser, zunächst ohne Armzug. Das Kind stößt sich ab, legt den Kopf zwischen die Arme und atmet dabei aus. Erst wenn diese Position selbstverständlich ist, kommen die Bewegungen dazu.

Fehler 2: Luft anhalten statt ausatmen

Wer die Luft anhält, muss beim Auftauchen erst ausatmen und dann einatmen – dafür bleibt im Rhythmus keine Zeit. Das Ergebnis ist hektisches Schnappen nach Luft und ein zunehmend aufrechter Körper.

Korrektur: Ausatmen üben, bevor überhaupt geschwommen wird. Ins Wasser blubbern, summen, Spielzeug wegpusten. Später gilt die Regel: Gesicht im Wasser heißt ausatmen, immer.

Fehler 3: Der Grätschbeinschlag

Statt die Fersen anzuziehen und die Füße nach außen zu drehen, spreizen viele Kinder einfach die Beine und führen sie wieder zusammen. Das erzeugt kaum Vortrieb, weil die Fußsohlen nicht gegen das Wasser drücken. Fachlich spricht man vom Grätschbeinschlag – der klassische Anfängerfehler.

Korrektur: Den Beinschlag zuerst am Beckenrand sitzend üben, dann in Rückenlage mit Blick auf die eigenen Beine, schließlich in Bauchlage mit Schwimmbrett. Der Merksatz für Kinder: anziehen, auswärts drehen, kräftig zusammendrücken.

Fehler 4: Arme und Beine gleichzeitig

Beim Brustschwimmen folgen Arm- und Beinbewegung aufeinander – erst der Armzug, dann der Beinschlag, dann die Gleitphase. Kinder, die beides gleichzeitig machen, heben sich aus dem Wasser und sinken sofort wieder ab. Sie bewegen viel Wasser und kommen kaum voran.

Korrektur: Beide Bewegungen getrennt üben und erst dann zusammenführen. Als Rhythmus hat sich bewährt, laut mitzuzählen: Arme – Beine – gleiten.

Fehler 5: Keine Gleitphase

Der häufigste Fehler bei Kindern, die schon schwimmen können: Sie hetzen von Zug zu Zug. Dabei ist die Gleitphase der Moment, in dem ein Schwimmer am schnellsten ist – und in dem er sich erholt. Ohne sie wird jede längere Strecke zur Qual.

Korrektur: Streckenzählen statt Zeitmessen. Wie wenige Züge braucht ihr für eine Bahn? Kinder nehmen diese Aufgabe gern als Spiel an und verlängern die Gleitphase ganz von selbst.

Warum kleine Gruppen hier entscheidend sind

Technikfehler erkennt man nur, wenn man genau hinschaut – und korrigieren lässt sich nur, was man sieht. In einer Gruppe mit zwölf Kindern ist das kaum möglich. Deshalb arbeiten wir mit wenigen Kindern gleichzeitig: So fällt eine falsche Fußstellung sofort auf, bevor sie sich über Monate festsetzt.

Zuletzt aktualisiert am 2026-08-12 · Zurück zum Ratgeber

Fragen zu eurem Kind?

Technikfehler lassen sich am besten früh korrigieren, bevor sie sich einschleifen. In unseren kleinen Gruppen sieht die Trainerin jede Bewegung – fragt einen Platz an.

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Häufige Fragen

Ab wann sollte ein Kind sauber Brustschwimmen können?

Für das Seepferdchen ist die Technik freigestellt. Sauberes Brustschwimmen wird spätestens für Bronze wichtig, weil die Strecke sonst zu anstrengend wird.

Ist Brustschwimmen schlecht für den Rücken?

Nur, wenn der Kopf dauerhaft über Wasser gehalten wird. Mit korrekter Technik und Gesicht im Wasser ist Brustschwimmen unproblematisch.

Sollte mein Kind zuerst Brust oder Kraul lernen?

In Deutschland ist Brust üblich, weil die Orientierung leichter fällt. Kraulen ist eine gute Ergänzung, sobald die Grundlagen sitzen.

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