Schwimmen lernen: der Leitfaden für Eltern
Vom ersten Wasserkontakt bis zum sicheren Schwimmer: Wie der Weg aussieht, wie lange er...
KI-BildDer Kopf bleibt oben, das Gesicht trocken – und ohne das geht es beim Schwimmen nicht weiter. Woran es liegt und mit welchen Übungen es klappt.
„Alles andere macht sie mit – aber sobald das Gesicht ins Wasser soll, ist Schluss." Diesen Satz hören wir fast wöchentlich. Das Untertauchen ist für viele Kinder die größte Hürde beim Schwimmenlernen, und zwar völlig unabhängig davon, wie mutig sie sonst sind.
Beim Untertauchen fallen mehrere Sinne gleichzeitig aus oder liefern ungewohnte Signale: Die Sicht verschwimmt, Geräusche klingen dumpf, Wasser drückt in Nase und Ohren, und die Atmung ist blockiert. Für ein Kind, das gerade erst lernt, seine Umwelt einzuschätzen, ist das ein massiver Kontrollverlust – und Kontrollverlust ist die eigentliche Angst, nicht das Wasser.
Dazu kommt eine körperliche Besonderheit: Läuft Wasser in die Nase, brennt es. Kinder atmen beim Untertauchen instinktiv durch die Nase ein, weil sie die Luft anhalten wollen, den Reflex aber noch nicht steuern können. Ein einziges Mal Wasser in der Nase reicht oft, um das Untertauchen wochenlang zu blockieren.
Gut gemeint, aber kontraproduktiv sind vor allem drei Dinge. Erstens das kurze Untertauchen „damit es merkt, dass nichts passiert" – das Kind erlebt genau das Gegenteil: Es passiert etwas, und zwar ohne seine Zustimmung. Zweitens das Abzählen („Auf drei!") – die Anspannung steigt, und viele Kinder atmen genau im falschen Moment ein. Drittens der Vergleich mit Geschwistern oder anderen Kindern, der Druck erzeugt, aber keine Sicherheit.
Was stattdessen wirkt: Das Kind entscheidet selbst, wann und wie tief. Jeder Schritt wird angekündigt, und jede noch so kleine Bewegung Richtung Wasser wird gelobt. Wer diese Regel durchhält, kommt in wenigen Wochen ans Ziel.
Jede Stufe darf mehrere Termine dauern. Springt nicht weiter, solange die vorherige nicht entspannt gelingt – und geht einen Schritt zurück, wenn ein Tag schlecht läuft.
Fast alle Probleme beim Untertauchen lösen sich, wenn ein Kind lernt, unter Wasser auszuatmen. Solange Luft aus Mund und Nase strömt, kann nichts hineinlaufen – das Brennen bleibt aus, und die Angst verliert ihre Grundlage. Übt das Ausatmen deshalb an Land: ins Taschentuch pusten, eine Feder über den Tisch bewegen, in ein Glas Wasser blubbern.
Nasenklammern und Schwimmbrillen können den Einstieg erleichtern, sollten aber nicht dauerhaft ersetzen, was das Kind selbst können muss. Wir setzen sie im Kurs gezielt ein, nehmen sie später aber wieder weg.
Wenn ihr über Wochen keinen Fortschritt seht oder das Thema zu Streit zwischen euch und eurem Kind führt, lohnt sich fremde Hilfe. Erfahrungsgemäß probieren Kinder bei einer Trainerin Dinge aus, die sie bei den eigenen Eltern verweigern – nicht aus Trotz, sondern weil sie bei uns keine Erwartungshaltung spüren. In hartnäckigen Fällen ist unser Einzeltraining der schnellste Weg: kein Publikum, kein Zeitplan, ein Kind.
Zuletzt aktualisiert am 2026-08-12 · Zurück zum Ratgeber
Wenn das Untertauchen zu Hause zum Streitthema wird, hilft oft ein neutraler Blick von außen. Meldet euch – wir finden gemeinsam den passenden Einstieg für euer Kind.
Kursplatz anfragenNein. Unfreiwilliges Untertauchen verstärkt die Angst fast immer und kostet Wochen. Euer Kind muss selbst entscheiden, wann es so weit ist.
Kurzfristig ja, weil das Brennen wegfällt. Langfristig sollte euer Kind lernen, unter Wasser durch die Nase auszuatmen – sonst fehlt diese Fähigkeit später.
Für das Seepferdchen ist es Pflicht, weil ein Gegenstand aus schultertiefem Wasser geholt werden muss. Bis dahin ist alles eine Frage der Übung, nicht des Alters.
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